Ayurveda erklärt...das Leben lebenswert- leben lernen...



 

Ayurveda erklärt

Was wir doch alles lernen

Kriechen, stehen, gehen, sprechen.

2–3 Jahre Kindergarten.

9 Jahre Volksschule.

Studium.

Lehre.

Arbeiten … bis wir dann irgendwann umfallen.

Und mit 24 Jahren wissen immer noch die wenigsten, wie es sich zufrieden und nachhaltig lebt.

Meist sind dann Familie und Kinder dazugekommen. Den Karren hält man ja schliesslich am Laufen … bis 60. Und wenn die Kinder aus dem Haus sind, merkt man dann zum ersten Mal wieder:

Ups … da war doch noch diese Frage …

Wer bin ich eigentlich?

Was will ich noch machen?

Wohin werde ich noch gehen?

Doch fehlt uns der rote Faden in unserer Gesellschaft, der uns in all unseren Aspekten begreift und unterstützt. Früher war es der Glaube, heute die Wissenschaft – und doch stossen beide an ihre Grenzen.

AYURVEDA HEISST SO VIEL WIE:

DAS WISSEN DES GESUNDEN, LANGEN LEBENS

Ayurveda ist eine jahrtausendealte, ununterbrochen überlieferte Wissenschaft über das Leben und die Kunst des Wissens darum, was für uns Lebewesen zuträglich beziehungsweise abträglich sein kann.

DAS LEBEN LEBENSWERT LEBEN LERNEN

Von der vorgeburtlichen Prägung (welche in der Wissenschaft erst in den letzten Jahren zunehmend Interesse gewinnt) bis zum richtigen Sterben wird im Ayurveda alles berücksichtigt, was uns im Leben begegnen könnte.

Zudem wurde der Mensch immer als Ganzes betrachtet. Körper, Geist und Psyche sowie die spirituellen Aspekte fliessen stets ineinander über und sind nur scheinbar voneinander getrennt.

Von Krisenbewältigung über körperliche Diagnoseverfahren bis hin zu den verschiedensten Therapiemöglichkeiten bietet Ayurveda ein schier unerschöpfliches Spektrum an Möglichkeiten und kann daher individuell in der Gesundheitsvorsorge eingesetzt werden.

Bei bereits vorhandenen Diagnosen sollte jedoch jederzeit ausschliesslich ein fachmännisch ausgebildeter Ayurvedatherapeut konsultiert werden, der über ein gut funktionierendes Netzwerk an ayurvedischen und westlich-medizinischen Supervisionsmöglichkeiten verfügt und eine Grundausbildung in beiden Bereichen genossen hat.

Er wird erkennen, wann eine Person ausschliesslich in westmedizinische Behandlung gehört, und gegebenenfalls vor einer möglichen ayurvedischen Therapie die Rücksprache mit einem Mediziner veranlassen.

AYURVEDA – DIE ERFAHRUNGSMEDIZIN VON MILLIONEN MENSCHEN

Ayurveda ist – wie seine Schwesterdisziplin Yoga – eine Breitbandmedizin, die sich über Jahrtausende und durch viele Gelehrte hinweg entwickelt hat.

Es waren also nicht einige wenige, die eine These aufgestellt haben und diese dann einfach galt. Vielmehr wurden die verschiedenen Theorien über Jahrtausende hinweg von unterschiedlichen Ayurveda-Experten immer wieder an Millionen von Menschen überprüft und weiterentwickelt.

 

Indien – Ursprungsland des Ayurveda

Indien ist zwar das Ursprungsland des Ayurveda. Man geht jedoch davon aus, dass viele andere Philosophiesysteme und Gesundheitssysteme aus der alten vedischen Hochkultur und deren Wissen entstanden sind oder zumindest in irgendeiner Form von ihr inspiriert wurden.

Auch wenn dies abschliessend nicht geklärt ist, gilt eines als gesichert: Die vedischen Schriften und ihr enthaltenes Wissen sind einmalig in der Literaturgeschichte der Menschheit, und ihre Heilmethoden wurden über Jahrtausende an Millionen von Menschen erprobt.

Die europäischen Heilverfahren hingegen wurden mit der Ausrottung der Druiden und Druidinnen nahezu ausgelöscht und während der Hexenverfolgungen ein weiteres Mal fast vollständig ausgemerzt.

Nur durch die alten Jahreskreisfeste sowie die ländlichen Rituale rund um Haus und Hof konnten Teile des Räucherwissens und der Kräuterheilkunde erhalten bleiben.

Diese Feste waren kulturelle Lebenszyklen, die den Menschen – und vor allem den Frauen – nicht ausgetrieben werden konnten. Deshalb legte die Kirche vielerorts die Marienverehrung sowie zahlreiche Schutzheilige und Namenstage auf ursprünglich heidnische Feste und Tage des Jahreskreises. Die Kraft der Schutzherrin blieb im Ursprung oft erhalten.

Erst als adelige Klosterfrauen sowie Klostermönche erneut Interesse an Heilkräutern und am Wissen um die Kraft der Pflanzen, Bäume, Sträucher und Wildpflanzen entwickelten, erhielt dieses Wissen wieder neuen Aufwind.

Die Klostergärten sowie die Heilkunst der Klöster bekamen dadurch eine eigene heiltheoretische Bühne und waren für uns von grosser Bedeutung. Sie sind heute nahezu die einzigen schriftlichen Quellen über die Heilwirkungen unserer heimischen Flora und Fauna sowie vieler Heilpflanzen aus dem Mittelmeerraum.

So gesehen ist unser Kräuterwissen über Generationen hinweg nahezu verloren gegangen und erst durch Menschen mit einem ganz anderen kulturellen Hintergrund wieder neu erwacht.

Im Gegensatz dazu spielt im Ayurveda der Geist einer Pflanze eine entscheidende Rolle bei der therapeutischen Diagnose und der Auswahl der Heilpflanzen.

Kein mir bekanntes Medizinsystem kennt zudem das Konzept des Ojas.

Dieser feinstoffliche Lebenstropfen, von dem jedem Menschen nur eine begrenzte Menge zur Verfügung steht, spiegelt sich auch in der Pflanzenheilkunde wider. Es werden deshalb nicht einfach Wirkstoffe gegen eine Erkrankung eingesetzt. Vielmehr wird der Geist der Pflanze mit dem aktuellen geistigen Zustand eines Menschen verglichen. Ebenso werden das Ojas-Prinzip, die verschiedenen Verstoffwechslungen eines Krautes sowie die Aufnahmefähigkeit des Patienten berücksichtigt und – wenn nötig – zuerst verbessert.

Bewahrung des Wissens

In Indien gab es zwar eine Generation, die ihr Wissen verstecken musste, als während der Kolonialherrschaft die ayurvedischen Schulen und Heilmethoden verboten wurden.

Die Menschen hatten jedoch oftmals keine andere medizinische Alternative und wendeten ihre über Generationen überlieferten Hausrezepturen weiterhin im Alltag an.

Im Verborgenen wurde das Wissen nur noch an ausgewählte Schülerinnen und Schüler weitergegeben.

Erst als Ayurveda wieder erlaubt wurde, traten die verschiedenen Schulen nach und nach wieder hervor.

Durch die sri-lankischen Heiler blieb das Wissen jedoch ununterbrochen erhalten.

Gerade der grosse Schatz tropischer Heilpflanzen mit ihrer Vielfalt an Wirkstoffen hat Ayurveda zu einer nahezu unerschöpflichen Anzahl an Rezepturen geführt. Gleichzeitig erlaubt uns dieses Wissen heute, viele dieser Grundprinzipien auch mit unseren eigenen regionalen Heilpflanzen anzuwenden.

Ayurveda entsprang vermutlich im Gebiet des Industals einer alten Hochkultur, die unserer – nennen wir sie der Einfachheit halber germanisch-keltischen europäischen Urkultur – zumindest im Geist in manchen Bereichen sehr nahe gestanden haben könnte.

Vielleicht kann gerade dadurch in unseren Regionen wieder Heilung entstehen und eine neue Verbindung zur Natur wachsen.

Verschiedene Klimazonen

Indien besitzt vom Norden bis in den Süden unterschiedlichste Klimazonen.

Im Norden und in den Gebirgsregionen bis zum Himalaya finden sich deshalb durchaus Heilpflanzen, die auch bei uns in der Schweiz vorkommen oder ihnen sehr ähnlich sind.

Dies zeigt, dass Ayurveda nicht einfach ein Gesundheitssystem tropischer Regionen ist, wie häufig angenommen wird.

Zudem existieren zahlreiche Lehrlinien, die sich in den verschiedenen Regionen Indiens entwickelt haben.

Das Ayurveda, welches wir bei AYURYO anbieten, orientiert sich in der Ernährungslehre überwiegend an der nordindischen Tradition, da diese mit unseren heimischen Nahrungsmitteln besonders gut harmoniert.

Die manuellen Therapien stammen – je nach Massage – aus verschiedenen traditionellen Lehrlinien.

Kerala gilt beispielsweise als Heimat der dynamischen Kalari-Massage, welche sehr öffnend und anregend wirkt. Gerade deshalb ist sie auch für uns in der Schweiz von grossem Wert.

Ebenso verwenden wir für Auflagen und Anwendungen, wo immer sinnvoll, auch heimische Heilpflanzen.

So betrachtet ergänzen sich das Wissen der alten europäischen Heilkunde und das ununterbrochen überlieferte Wissen des Ayurveda auf wunderbare Weise, wenn beide in ein regionales Verständnis gebracht werden.

 

Genau darin sehe ich eine grosse Chance für unsere zukünftige Arbeit.

 

DIE QUALIFIKATIONEN EINER AYURVEDA-BEHANDLUNG

Wie in der westlichen Medizin gibt es auch im Ayurveda Expertinnen und Experten in verschiedenen Fachdisziplinen.

In Indien ist das Ayurveda-Medizinstudium schon seit langer Zeit universitär organisiert.

In Europa hat sich unter anderem die Europäische Akademie für Ayurveda Rosenberg mit Sitz in Birstein (Deutschland) dieser Aufgabe angenommen.

Ayurveda wurde in Europa zunächst vor allem durch die Wellnessbranche, Hotels und Schönheitskuren bekannt.

Das Ayurveda jedoch, welches in universitärer Kooperation gelehrt wird, ist ein ernst zu nehmendes Gesundheitssystem und wird zunehmend auch wissenschaftlich erforscht.

Seit wenigen Jahren ist Ayurveda in der Schweiz zudem als Heilpraktiker- sowie als Komplementärtherapie-Methode im eidgenössisch anerkannten Ausbildungssystem studierbar.

Diese Ausbildung umfasst ein umfangreiches und kostenintensives Studium. Sie reicht von Unternehmensführung und Betriebsmanagement über medizinische Grundlagen der westlichen Medizin, Nothilfe, Selbstreflexion sowie Beratungskompetenz bis hin zu den berufsspezifischen Fachmodulen in Ayurveda-Ernährung, Philosophie, Yoga und den manuellen Therapien.

Schon anhand eines einfachen Beispiels lässt sich erkennen, wie weit das Ayurveda seiner Zeit in manchen Bereichen voraus war.

Während in Indien bereits komplexe Nasenrekonstruktionen mit Hauttransplantationen durchgeführt wurden, experimentierte man in Europa zur gleichen Zeit noch mit Schweinshäuten zur Rekonstruktion solcher Gesichtsverletzungen.

GRENZEN DES AYURVEDA

Ayurveda hat jedoch auch ethische und moralische Gesichtspunkte nie ausser Acht gelassen. Deshalb waren bestimmte Formen medizinischer Forschung, beispielsweise mit Versuchstieren, nur bis zu einem gewissen Punkt vertretbar.

In Bereichen wie der modernen Notfallmedizin konnte die westliche Medizin dadurch im Laufe der Zeit grosse Fortschritte erzielen und das Ayurveda teilweise überholen.

Diese ethischen Grundsätze wurden im Ayurveda jedoch bewahrt. Das Leben und auch der Tod wurden weiterhin mit grossem Respekt betrachtet.

Hinzu kamen die zahlreichen geschichtlichen Invasionen, welche Indien, seine Kultur und seine Menschen über Jahrhunderte hinweg schwer belasteten.

Wie bereits erwähnt, wurde Ayurveda während der englischen Kolonialherrschaft zeitweise sogar verboten. Die Ayurvedaschulen mussten sich in den Untergrund zurückziehen.

Die Bevölkerung führte ihre traditionelle Volksheilkunde jedoch im Verborgenen weiter. Dadurch blieb ein grosser Teil des Wissens erhalten, bis Ayurveda Jahre später wieder offiziell gelehrt und angewendet werden durfte.

Sri Lanka hingegen konnte die ayurvedische Tradition ohne Unterbruch weiterführen.

Ayurveda hat deshalb auch heute seine Grenzen gegenüber der modernen westlichen Medizin und sollte aus meiner Sicht als ergänzendes Gesundheitssystem verstanden werden.

EIN BLICK IN DIE GESCHICHTE

Vieles von dem Wissen der indischen Hochkultur hat die Jahrtausende überdauert.

Grosse Denker kannten bereits vor Jahrtausenden den Wert der Null.

Viele bedeutende Spiele haben ihren Ursprung in Indien – vermutlich auch das Schach.

Mit seinen Exportgütern war Indien über lange Zeit eines der wohlhabendsten Länder der Erde.

Man denke nur an Gewürze, Tee, Baumwolle oder Seide.

So ist es für mich nicht verwunderlich, dass sich auch die ayurvedische Medizin bis heute erhalten hat.

Gerade weil wir im Westen durch unsere eigenen dunklen mittelalterlichen Zeiten einen grossen Teil unseres überlieferten Heilwissens verloren haben, dürfen wir heute von den bewährten ayurvedischen Rezepturen und Therapieverfahren lernen und sie mit unserer eigenen Wildkräuter- und Heilpflanzentradition verbinden.

Danke, Indien.

 

Mögen wir dieses Wissen mit Respekt, Ehrlichkeit und Verantwortung anwenden und bewahren.